Leonhardts kleines Fanfiction-Glossar

Letztes Update: 19.05.2005

Die meiste Trek- (und andere) Fanfiction findet sich nach wie vor auf englischsprachigen Sites, und daran wird sich wohl auch nicht allzuviel ändern. Drumherum hat sich ein regelrechtes Fachvokabular gebildet. Es kann ganz nützlich sein, die diversen Kürzel und Kategorien zu verstehen – schon damit man nicht unversehens an eine Story gerät, mit der man sich nun wirklich nicht anfreunden kann.

Aus aktuellem Anlaß ein kleines UPDATE!

A - D     E - H     I - L     M - P     Q - T     U - Z

A/N: Author’s Notes; bedeutet, daß der Geschichte Erläuterungen von Autor/Autorin hinzugefügt wurden, meist um die Angelegenheit in das jeweilige fiktive Universum einzubinden.

ABH: Kürzel für Anywhere But Here.

Acad: Kürzel für Academy; bei Trek- (und anderen) Stories, die unter den noch jugendlichen Helden an der Akademie spielen.

Action/adventure: Geschichtengenre mit vielen Kampfszenen.

Actorfic: Siehe RP bzw. RPS.

Actorslash: Siehe RPS.

Adult (auch Adult themes): Nur für Erwachsene bestimmt. Nicht unbedingt weil Sexuelles drin vorkommt; es kann auch um andere Themen gehen (Wahnsinn, Sucht, Gewalttätigkeit, Selbstmord...), vor denen die reifere Jugend bewahrt werden soll.

AND: Eines der oft verwendetes Kürzel für Gene Roddenberry’s Andromeda. (RW)

Angst, angsty: Hat wenig mit der deutschen Angst zu tun, obwohl die Amerikaner das offenbar glauben. Angst in Fanfiction bedeutet, daß die Atmosphäre düster und emotional ist und die Story sich im wesentlichen mit den Gedankengängen der Figuren befaßt.

Anywhere But Here (auch ABH): Grauenhaft peinlicher Typ Geschichte, in den Autor/Autorin den Leser mit hineinschreibt, nach dem Muster: Stell dir vor, du triffst Data zufällig auf dem Weg ins Ten Forward, und dann sagst du zu ihm... etc. etc. Läuft oft auf Erotik raus.

Archive: Site mit Fanfiction-Sammlung.

AtS: Heißt ausgeschrieben Angel: the Series. Kürzel für die Buffy-Ablegerserie Angel, im Deutschen Angel - Jäger der Finsternis (ob es dafür eine deutsche Abkürzung gibt, wissen wir nicht); wird verwendet, um Verwechslungen mit der Figur Angel zu vermeiden. (RW)

AU: Kürzel für alternate universe, Geschichtentyp, der in einem Paralleluniversum spielt (entweder einem schon in der Serie beschriebenen oder einem für die Geschichte dazuerfundenen). Oft verwendet, wenn die Story in eine andere Richtung entwickelt werden soll als in der Serie vorgegeben.

Badfic: Absichtlich besch***** geschriebene Story von Autoren, die’s besser könnten.

bdsm: Kürzel für bondage discipline sadomasochism, also Fesselspiele, Bestrafung, Sadomasochismus, wobei die Beteiligten freiwillig mitmachen. Ansonsten wär’s non-con oder rape.

Beta (auch beta reader): Von Autor/Autorin beauftragte Person seines bzw. ihres Vertrauens, die die Geschichten korrekturliest und dabei (hoffentlich) Fehler, Unwahrscheinlichkeiten usw. bemerkt, die dem Autor entgangen sind. Leider scheinen oft gerade die Autoren auf diese ungemein nützliche Instanz zu verzichten, die sie am dringendsten bräuchten.

Blog: Kürzel für weblog, entspricht dem livejournal (siehe LJ).

Bookverse: Kurzform von book universe; Bezeichnung für Stories, die sich ausdrücklich auf die Buchversion einer Geschichte beziehen (und nicht auf die Verfilmung). Zu finden z.B. bei X-Men, Spiderman, Herr der Ringe.

BtVS: Kürzel für die Serie Buffy the Vampire Slayer, im Deutschen Buffy – Im Bann der Dämonen (ob es dafür eine deutsche Abkürzung gibt, wissen wir nicht). (RW)

Canon: Bezeichnung für Figuren, Ereignisse, Umstände etc., die „offiziell“ zur jeweiligen fiktiven Welt gehören. Beispiel: Alles, was jemals in einer Star Trek-Episode etabliert wurde, ist „Canon“ und darf von späteren Episoden nicht umgestoßen werden. Figuren und Entwicklungen dagegen, die z. B. von einem Romanautor in einem Trek-Roman hinzuerfunden wurden, sind nicht Canon (non-Canon); Autoren späterer Episoden (und Bücher) brauchen sie also nicht zu berücksichtigen.

Challenge: Idee für eine Geschichte, die irgendwer vorgibt und die andere ausführen. Als Challenges können eine Situation, eine Kombination von Figuren, Gegenständen, Sätzen oder was auch immer dienen. Manchmal ist außerdem die Länge vorgegeben.

Chanslash (nach dem japanischen –chan, das als Verkleinerungs- und Koseform an Namen angehängt werden kann): Slash-Geschichte, in der einer der Partner nicht volljährig ist. Achtung: Chanslash bedeutet nicht „Kinderschänder-Stories“. Es gibt allerdings echte Widerlinge, die genau das schreiben und unter dieser Bezeichnung hochladen. Viele Archive akzeptieren Chanslash gar nicht erst – schon aus rechtlichen Gründen.

Character death: Warnt den Leser, daß in der Geschichte eine etablierte (Haupt)Figur ums Leben kommt.

Crossover (auch X-over): Geschichtentyp, in dem Figuren aus unterschiedlichen Serien (etwa TNG und Voyager) oder sogar unterschiedlichen fiktiven Universen (z. B. Star Trek und Star Wars) zusammengebracht werden.

D/s: Kürzel für dominance/submission; Stories über sexuelle Dominanzspiele.

Darkfic: Story mit extradeprimierender Handlung und/oder besonders düsterer Atmosphäre.

Deathfic: Geschichte, deren wesentliches Handlungselement der Tod einer etablierten (Haupt)Figur ist.

Disclaimer: Einer Geschichte vorangestellte Erklärung des Inhalts, daß die fiktive Welt, in der die Geschichte spielt, samt allen Figuren, Raumschiffen etc. (sofern nicht vom Autor dazuerfunden) geistiges Eigentum des Urheberrechtsbesitzers ist (bei Star Trek also: Paramounts) und daß der Autor dieses Urheberrecht weder verletzen noch mit der Geschichte Geld verdienen will.

Double Drabble: Geschichte von exakt 200 Worten Länge. Selten.

Drabble: Kürzestgeschichte von höchstens 100 Worten, bei Puristen auch exakt 100 Worten.

Drama: Geschichtengenre, bei dem die Dramatik sich aus der Psyche der Figuren entwickelt, im Gegensatz z.B. zur reinen Actiongeschichte.

Drom: Eines der oft verwendetes Kürzel für Gene Roddenberry’s Andromeda. (RW)

DS9, seltener auch DSN: Kürzel für Star Trek: Deep Space Nine.

ENT: Kürzel für Enterprise

EST: Kürzel für established [relationship] – wenn eine romantische/erotische Beziehung zwischen zwei Figuren als etabliert gilt, wobei es in der Geschichte nicht unbedingt und ausschließlich um diese Beziehung gehen muß.

Fanboy: Männliche Version des Fangirl; der Fanboy scheint jedoch eine seltenere Spezies zu sein.

Fandom: 1) Gesamtheit der Fan-Aktivitäten im Zusammenhang mit einer bestimmten Serie, einem Film, einem Buch etc. 2) Die von der Serie/dem Film/dem Buch „abgesteckte“ Welt, innerhalb derer die Stories angesiedelt sind – à la: Autor X schreibt im Star Wars-Fandom.

Fangirl: Hysterischer, unreifer weiblicher Totalfan (oft einer einzelnen Figur) und Autorin von fangirl fics – grottenschlecht geschriebenen und nullrecherchierten Stories, in denen es einzig und allein darum geht, die Wunschträume und Obsessionen der Urheberin vor dem Publikum auszubreiten.

Fanon: „Tatsache“, die zwar nicht Canon ist und sich oft auch an nichts wirklich festmachen läßt, unter Fans aber so allgemein anerkannt ist, daß sie wie Canon behandelt wird. Beispiel: Picard kam mit seiner Mutter viel besser aus als mit seinem Vater.

Fanzine: Von Fans für Fans herausgegebenes Magazin, manchmal höchst gemischten Inhalts; es gibt aber auch reine Fanfiction-Magazine.

FAQ: Kürzel für Frequently Asked Questions, also häufig gestellte Fragen. Strenggenommen kein Fanfic-Fachausdruck, findet sich aber häufig auf entsprechenden Sites. Fragen, die von Besuchern so häufig gestellt werden, daß Webmaster/Webmistress sie mitsamt den Antworten ins Netz stellt, um nicht immer wieder die gleiche Antwortmail schreiben zu müssen.

Feedback: Konstruktive Email-Reaktionen auf eine Geschichte – gezieltes Lob, gezielte Kritik, Verbesserungsvorschläge etc.

Femslash (auch Femmeslash): Slash mit zwei weiblichen Protagonisten.

Filk: Parodie eines bekannten Songs, dem ein neuer, dem jeweiligen Thema angepaßter Text verpaßt wird.

First time: Story, in der die Beteiligten endlich rausfinden, daß sie ineinander verliebt sind, und/oder in der sie zum ersten Mal miteinander ins Bett (ins Heu, auf die Waffenkonsole...) fallen.

Flames: Aggressive Email-Reaktionen auf eine Geschichte, in denen der Empfänger distanzlos und persönlich angegriffen wird. Wohlgemerkt: Flames sind nicht identisch mit Kritik – auch wenn manche Autoren in jeder Kritik eine flame sehen!

Fluff: Bezeichnung für unbeschwerte, meist mit Zwischenmenschlichem befaßte kleine Story ohne weltbewegenden Anspruch, dafür aber mit glücklichem Ausgang.

FPS: Kürzel für fictional person story, also eine Geschichte über fiktive Figuren zur Unterscheidung von RP-Geschichten.

FRAO: Kürzel für Fan Rated Suitable for Adults Only. Neuer Begriff für Stories, die zuvor unter NC17 liefen. Geschichten für Erwachsene. Der Sex kann sehr detailliert werden, die Gewalt ebenfalls, und alle möglichen Unerfreulichkeiten – Folter, Wahnsinn, Selbstmord, Kindesmißbrauch etc. pp. – können vorkommen. Siehe auch FRC.

FRC: Kürzel für Fan Rated Suitable for Children. Neuer Begriff für Stories, die zuvor unter G oder PG liefen. Keine Kraftausdrücke, nur die allermildesten sexuellen Andeutungen, Gewalttätigkeiten bleiben auf ein Minimum beschränkt. – Diese neuen Bezeichnungen (siehe auch FRT, FRM, FRAO) wurden von einigen Archiven eingeführt, nachdem die amerikanische Motion Picture Association sich über die verbreitete Verwendung ihrer offiziellen Filmkürzel für Fanfiction beschwert hatte, und sie scheinen sich auszubreiten.

Friendship story: Bezeichnung für eine Story, in der die Protagonisten ausdrücklich keine erotische Kiste laufen haben, sondern einfach befreundet sind und in der es um diese Freundschaft geht. Das gibt’s. Ursprünglich für Kirk-Spock-Geschichten zur Unterscheidung von Slash-Stories verwendet; taucht heute bei Herr der Ringe-Fanfiction auf, vor allem im Zusammenhang mit Frodo und Sam.

FRM: Kürzel für Fan Rated Suitable for Mature Persons. Neuer Begriff für Stories, die zuvor unter R liefen. Es darf hemmungslos geflucht werden, Sex kann vorkommen, wenn er nicht detailliert beschrieben wird, Gewalt ebenfalls, aber nicht auf Slasherfilm-Niveau. Siehe auch FRC.

FRT: Kürzel für Fan Rated Suitable for Teenagers. Neuer Begriff für Stories, die zuvor unter PG13 liefen. Harmlosere Kraftausdrücke können vorkommen; ein gewisses Maß an Gewalttätigkeit, Erotik und nackter Haut ist erlaubt, solange rechtzeitig abgeblendet wird. Richtwert: wenn es in Buffy vorkommen könnte, ist es OK. Siehe auch FRC.

G: Abkürzung für general, nach dem amerikanischen Freigabesystem für Filme. „General“ bedeutet freigegeben für jedes Alter. Damit ist klargestellt, daß in der Geschichte weder Gewalt noch Kraftausdrücke vorkommen, die irgendwen stören könnten, und vor allem, daß kein Sex vorkommt – wohlgemerkt: überhaupt kein Sex, auch nicht in Andeutungen oder Vorstufen. Auch Nacktheit ist verpönt, selbst dann, wenn sie nicht das Geringste mit Sex zu tun hat.

Gary oder Harry Stue: andere Namen für Marty Stu.

Gen: Kürzel für general; bedeutet entweder, daß es in der Geschichte nicht um Romantik und/oder Erotik geht, oder, daß es in der Geschichte nicht um Slash geht (aber durchaus um Romantik/Erotik zwischen Partnern verschiedenen Geschlechts gehen kann).

h/c: Siehe Hurt/comfort.

Hall of Shame: Archiv, das sich auf ganz besonders grauenhafte Fanfiction spezialisiert hat, häufig mit genüßlich erläuternden Kommentaren zu den einzelnen Stories.

Hate mail: Genau das, wonach es klingt – giftige, aggressive Email-Reaktionen. Weitgehend identisch mit flames.

Het: Heterosexuelle Motive kommen vor. Manche Archive scheinen darunter ein warning zu verstehen und das Kürzel zur Abschreckung zu verwenden.

Hurt/comfort (auch h/c): Fanfic-Begriff für den Typ Story, in dem eine Figur verletzt, krank oder zutiefst deprimiert ist und von einer anderen aufopferungsvoll umsorgt wird.

Incest: Na was wohl. Inzest. Sex unter nahen Verwandten.

Interspecies: Erotik zwischen Angehörigen unterschiedlicher Rassen. Wird bei Trek-Fanfiction oft gar nicht eigens erwähnt, anderswo (z.B. bei Herr der Ringe-Geschichten) dagegen sehr häufig.

Kill-X-Story: Geschichte, die zu dem einzigen Zweck geschrieben wurde, eine unpopuläre Figur auf oft ziemlich einfallsreiche und unschöne Art ins Jenseits zu befördern. Statt „X“ wird natürlich der Name des Betreffenden eingesetzt; beliebte Kandidaten sind Wesley Crusher und Jar Jar Binks.

Kinky: Ungewöhnlich; ausgefallen; leicht (oder auch kräftig) verdreht. Verwendet für manche Figurenkombinationen in erotischer Fanfiction und/oder das, was sich zwischen ihnen abspielt.

Lemon: “Zitrone”; aus irgendwelchen Gründen verwendet für Stories, in denen es im wesentlichen um Sex geht und die ansonsten nicht viel Handlung haben. Siehe PWP.

Lime: „Limone“, die abgemilderte Version der Lemon – Geschichte, in der es zwar im wesentlichen um Erotik geht, in der aber kein detailliert beschriebener Sex vorkommt.

LJ: Kürzel für livejournal; Art Online-Tagebuch, das manche Leute führen, und insofern interessant, als viele Autoren ihre Geschichten teilweise oder ausschließlich dort veröffentlichen.

LoC: Kürzel für Letter of comment, also ausführliches Feedback.

Lurker: Wörtlich etwa „Heimlich-in-der-Gegend-Rumhänger“; Person, die zwar die Stories liest, sich aber nie äußert oder sonstwie zu erkennen gibt, kein Feedback schreibt etc.

Marty Stu: Das männliche Pendant zur Mary Sue. Kann alles, weiß alles, sieht phantastisch aus und wird von allen geliebt – außer natürlich von der Figur, die Autor/Autorin nicht ausstehen kann.

Mary Sue: Heldin der Mary Sue-Story, in der eine neue weibliche Figur zu den etablierten Figuren dazustößt und in kürzester Zeit alle bezaubert, überflügelt und/oder rettet. Mary Sue ist immer jung, bildschön und unglaublich begabt, trägt meist irgendein tragisches Geheimnis oder Trauma mit sich herum und verkörpert exakt das, was die Autorin gern wäre. Meist folgt eine Romanze mit derjenigen männlichen Figur, für die die Autorin eine Schwäche hat. Männliche Mary Sues („Marty Stu“) sind selten; in mancher Hinsicht qualifiziert Wesley Crusher.

Mirror: Geschichtentyp, bei dem eine Szene oder Entwicklung erzählt wird, die bereits anderswo abgehandelt wurde (entweder in der Serie/demBuch/dem Film selbst oder in einer früheren Fanfic) – aber aus der Perspektive einer anderen Figur.

Movieverse: Kurzform von movie universe; Bezeichnung für Stories, die sich ausdrücklich auf die Filmversion einer Geschichte beziehen (und nicht auf das Buch/den Comic/die Serie). Zu finden z.B. bei X-Men, Spiderman, Herr der Ringe.

MPREG: Kürzel für male pregnancy, also Schwangerschaft bei Männern. Nicht sonderlich geschmackvolles Fanfic-Genre, auf das manche Leute aus irgendwelchen Gründen abonniert zu sein scheinen.

Multiple: Erotica mit mehr als zwei Beteiligten.

Musicvid: Siehe Songvid.

N/A: Kürzel für not announced – keine Angaben (wenn Autor/Autorin sich über irgendeinen Aspekt – z. B. das Genre der Geschichte oder die Altersfreigabe – ausschweigt).

NC-17: Kürzel für Geschichten, die nur für Erwachsene (über 17) bestimmt sind, meist wegen expliziter, detailliert beschriebener Sexszenen (u. U. auch wegen expliziter und detailliert beschriebener Brutalität). NC-17-Geschichten können reine Pornographie sein; das Kürzel ist aber absolut nicht gleichbedeutend mit Pornographie.

Non-canon: siehe Canon.

Non-con: Abkürzung für non-consensual (“ohne Einwilligung”). Typ Story, in dem es um Sex geht – aber um Sex, den nicht alle Beteiligten wollen, auf gut deutsch um Vergewaltigung oder zumindest Nötigung.

NYR: Kürzel für not yet rated, eine Geschichte also, die in einem Archiv veröffentlicht wurde, bevor ihr eine Variante von „freigegeben ab...“ zugeordnet wurde.

OFC: Kürzel für Original female character, von Autor/Autorin dazuerfundene weibliche (Haupt)Figur. Meist eine Mary Sue, vor allem wenn drübersteht „Not a Mary Sue“.

OMC: Kürzel für Original male character, von Autor/Autorin dazuerfundene männliche (Haupt)Figur. Seltener als der OFC.

OOC: Kürzel für out of character (wesensfremd, uncharakteristisch). Verwendet, wenn das Verhalten einer Figur in der Geschichte absolut nicht zu ihrer üblichen Wesensart paßt. Kommt oft bei h/c-Stories und Liebesgeschichten vor, in denen die Figuren urplötzlich zu tränenseligen, hypersensiblen Schwächlingen mutieren.

Original character oder OC: von Autor/Autorin dazuerfundene (Haupt)Figur einer Geschichte, die in einem bereits etablierten fiktiven Universum spielt. So erfinden viele Autoren eigene Schiffe und ganze Crews, die dann im Star Trek-Universum Abenteuer erleben.

OTP: Kürzel für One true pairing – das einzig wahre Paar. Leicht obsessive Bezeichnung für Figurengespanne, die mancherorts als unantastbar gelten. Manchmal handelt es sich dabei immerhin um Paare, die in der Serie, dem Film etc. tatsächlich auftauchen (wilde Debatten wurden um die Frage geführt, ob Worf/Troi oder Worf/Dax das „one true pairing“ darstellen...); andere existieren einzig in der überhitzten Phantasie der Fanfic-Autoren.

Pairing: Zusammenstellung des Figurengespanns, um das es in der (romantischen und/oder erotischen) Geschichte geht, in der Regel in Form von Anfangsbuchstaben mit einem / oder slash dazwischen. Beispiel: P/C für Picard/Crusher. – Achtung: Obwohl der slash immer vorkommt, ist mit slash fiction nur ein ganz bestimmter Typ von Geschichte gemeint!

Parody: Parodie, wobei sowohl die ursprüngliche Serie/der Film/das Buch auf die Schippe genommen werden kann als auch bestimmte Fanfiction-Genres und –klischees. Die Mary Sue-Parodie ist schon wieder zu einem eigenen Genre geworden.

Pastiche: Geschichte im Stil eines bestimmten Autors, einer Epoche oder eines anderen Fandoms, also etwa eine TNG-Story im Stil von Hemingway. Oder Harry Potter als Wagneroper. Intellektuell, schwierig zu schreiben und – offensichtlich – für ein Publikum bestimmt, das derlei zu würdigen weiß. Dementsprechend eher selten.

PG: Abkürzung für parental guidance, nach dem amerikanischen Freigabesystem für Filme. Heißt: Grundsätzlich freigegeben für jedes Alter, aber es sind Szenen drin, bei denen manche Eltern sich vielleicht überlegen würden, ob sie’s ihren Kindern zumuten wollen. Gemäßigte Kraftausdrücke dürfen vorkommen. Sex-, Gewalt- und Horrorelemente müssen kurz und vage gehalten sein und dürfen keine große Rolle spielen.

PG-13: Kürzel für Geschichten, die Leser unter 13 nur mit Einwilligung der Eltern lesen sollten. Elemente von Sex und/oder Gewalt dürfen durchaus eine größere Rolle spielen. Sie werden aber nicht ausführlich und en detail beschrieben.

Plot bunny („Handlungskarnickel“ – ja nun, ich kann auch nichts dafür!): Idee oder Auslöser für eine Geschichte, vor allem die Sorte, von der sich Autor/Autorin so lang gepiesackt fühlt, bis die Geschichte geschrieben ist.

Point of View (auch PoV): Typ Geschichte, der sich eine “fehlende” Szene (oder auch mehrere) einer Serie oder Episode vornimmt und sie aus der subjektiven Sicht einer der beteiligten Figuren erzählt.

post-Quest: Begriff für Herr der Ringe-Stories, die nach der Reise nach Mordor angesiedelt sind.

pre-Quest: Begriff für Herr der Ringe-Stories, die vor der Reise nach Mordor angesiedelt sind.

Pre-slash: Kuriose Bezeichnung, die den Leser darauf vorbereiten soll, daß in der Geschichte selbst zwar kein Slash vorkommt, daß aber in einer unspezifizierten Zukunft durchaus welcher folgen kann.

PWP: Abkürzung für plot what plot? oder porn without plot, also etwa: handlungsfreie Pornographie.

R (von rated): Kürzel für Geschichten, die wegen ihrer düsteren Thematik und/oder der Rolle, die Gewalttätigkeit und/oder Sex in ihr spielen, nicht für jüngere Leser bestimmt sind. Aber auch hier gilt noch: Ausführliche, detaillierte Beschreibungen von Sex und exzessive Brutalitäten kommen nicht vor!

R&R: Steht manchmal im Header von archivierten Stories und sorgt dort u.U. für Verwirrung. Kürzel für Read and review – um eine Kurzkritik unter der archiveigenen „Review“-Funktion wird gebeten.

R/T: Kürzel für Rape/Torture, also Folter und Vergewaltigung. Gut zu wissen gerade bei Trek-Fanfiction, wo man’s leicht mit R/T für eine Riker/Troi-Geschichte verwechseln kann.

Rape: Vergewaltigung. Und ja, die rapefic ist ein eigenes Genre.

Rating: Bedeutet im Grunde nur „Bewertung“, kann also auch in Episodenführern etc. vorkommen. Bei Fanfiction bezieht sich der Begriff in der Regel auf die Einteilung nach Altersgruppen, also G oder U, PG, PG-13, R, NC-17.

Recs: Kürzel für recommendations – Geschichten, andere Autoren oder Sites, die Autor/Autorin dem Leser zur freundlichen Einsichtnahme empfiehlt.

Relationshipper: Siehe Shipper.

RL: Kürzel für real life, also das Leben außerhalb des Fandoms, meist in Zusammenhängen à la: Tut mir leid, konnte nicht weiterschreiben, RL ist dazwischengekommen.

Romance: Liebesgeschichte.

Round-robin: Geschichten, die von einem Team geschrieben werden – jeder liefert ein Kapitel, immer im Kreis rum. Die Ausgangssituation und die generelle Richtung werden vorgegeben, danach herrscht dichterische Freiheit.

RP (real person, auch RPF für real person fiction ): Peinlicher bis widerlicher Geschichtentyp, den viele Archive dankenswerterweise gar nicht erst akzeptieren und in dem reale Personen (in der Regel die Schauspieler der Serienfiguren) bemüht werden. Manchmal lernen diese in solchen Geschichten die Autorin kennen; manchmal werden biographische Details erfunden oder „interpretiert“.

RPG (role-playing game): Kürzel für Geschichten, die nicht direkt auf der Serie beruhen, sondern auf einem an die Serie angelehnten Rollenspiel.

RPS (real person slash): Krankhirnige Entgleisung. Geschichte, in der reale Personen (die Schauspieler) zu Slash-Paaren zusammengespannt werden.

Schmoop: Zuckersüße Schmonzette mit viel Romantik und wenig Handlung. 

Scooby-Gang (auch: Scoobies): Abgeleitet von der amerikanischen Cartoonserie Scooby-Doo. In der englischen Originalfassung von BtVS häufig verwendeter Begriff für die "Urbesetzung" Buffy, Willow, Xander und Giles, der in der deutschen Synchronisation allerdings nicht übernommen wurde. (RW)

Self-insert („Selbsteinfügung“): Geschichte, in der Autor/Autorin eine (Haupt)Rolle spielt, anders als bei der Mary Sue-Story unter dem (angeblich) echten Namen und (angeblich) ungeschönt.

Shipper (von: relationshipper): Fans, deren ganzes Sinnen und Trachten auf die Etablierung und Ausgestaltung einer Liebesgeschichte zwischen zwei bestimmten Figuren zielt. – In diesem Zusammenhang ist oft auch von „a ship“ die Rede, was gerade bei Star Trek-Fanfiction einigermaßen irritierend sein kann. Gemeint ist hier nämlich kein Schiff, sondern eine Kiste – wie in relationship.

Sillyfic: Absichtlich alberne kleine Geschichte, in der die Figuren z.B in absurde, vollkommen anachronistische Situationen geraten. Witzig gemeint, manchmal sogar witzig.

Slash (von dem /, also slash, der zwischen zwei Namen bzw. deren Anfangsbuchstaben eingefügt wird): Stories, in denen es um eine erotische Beziehung zwischen zwei Figuren des gleichen Geschlechts geht. Fanfiction-Genre, das lange vor der Ära des Internets mit den sogenannten K/S-Stories etabliert wurde, in denen Kirk und Spock ein schwules Liebespaar sind.

Slipstreamer: Verbreiteter Überbegriff für Fans von Gene Roddenberry’s Andromeda; wird allerdings (noch) nicht generell verwendet und erkannt (wie etwas Trekker oder Trekkie). (RW)

Smarm: Ausdrückliche, manchmal ausgesprochen heftige, aber platonische Emotionalität unter (gleichgeschlechtlichen) Freunden. – Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Smarm und Slash, ursprünglich war dies jedoch nicht vorgesehen.

Sneak peek: “Vorschau” auf eine Story, an der Autor/Autorin noch arbeitet. Im Gegensatz zum Teaser kriegt man hier wirklich einen Ausschnitt davon zu lesen, und die Wahrscheinlichkeit ist generell größer, daß der Rest irgendwann folgt.

Songfic: Fanfiction-Typ, bei der an einem real existierenden Musikstück eine Geschichte aufgehängt wird. Der Song kann am Anfang oder am Ende der Geschichte stehen oder auch – besonders perfide – strophen- oder zeilenweise über die Geschichte verteilt sein.

Songvid (auch: Musicvid): Hat nur entfernt mit Fanfiction zu tun, findet sich aber oft auf denselben Sites. Kurze Momente aus der Serie/dem Film, die so zusammengeschnitten sind, daß sie zu dem drübergelegten Song passen, und damit natürlich auch eine andere Bedeutung kriegen.

Spoiler: Begriff für das Verraten von Ereignissen und Entwicklungen in (neuen) Episoden, Filmen, späteren Bänden etc., die der Leser vielleicht noch nicht kennt und auf die er gern gespannt bleiben möchte. Wer also eine Geschichte (oder eine Kritik, einen Kommentar etc.) schreibt, in der auf solche Entwicklungen Bezug genommen wird, warnt mit der Bezeichnung Spoiler andere davor, weiterzulesen.

Squicky: Abstoßend, unangenehm, vor allem in Fällen, wo es nicht um Grundsätzliches, sondern eher ums persönliche Empfinden geht. Verwendet für bestimmte Figurenkombinationen, Praktiken etc. Beispiel: Die eigenen Eltern beim Sex zu überraschen wäre für viele Leute mit Sicherheit „squicky“.

Sturgeon's Law: “Neunzig Prozent von allem ist Müll.“ Fast-Zitat von Theodore Sturgeon. Gilt für Fanfiction in möglicherweise noch höherem Maß als anderswo.

Subtext: Ursprünglich literaturwissenschaftlicher Begriff. Bei Fanfiction verwendet für romantisch-erotische Untertöne im Verhältnis zweier Figuren (oft zwei Figuren des gleichen Geschlechts), die der Zuschauer zu erkennen glaubt bzw. unbedingt erkennen möchte, die aber nicht etabliert werden und in der Regel auch nicht vorgesehen sind.

TAS: Kürzel für The Animated Series, also die Star Trek-Zeichentrickserie mit den Stimmen von Shatner und Co.

TBA: Kürzel für To be announced – wird noch bekanntgegeben. Steht manchmal im Header von Geschichten, dort, wo die ratings, warnings und so weiter stehen sollten.

TBC: Kürzel für To be continued – Fortsetzung folgt.

TBTB: Kürzel für The Powers That Be – die Leute, die für eine bestimmte Serie verantwortlich zeichnen, also Produzenten, Geldgeber etc., manchmal auch die Autoren. Wird gern ironisch und vor allem dann verwendet, wenn Autor/Autorin mit den Entscheidungen „derer da oben“ nicht einverstanden ist. Variante, noch giftiger: TIIC – The Idiots in Charge.

Teaser: „Anreißer“ für eine Story, die Autor/Autorin zu schreiben/zu vervollständigen/hochzuladen vorhat. Von Autoren, die glauben, einen gespannten Leserkreis zu haben.

TIIC: Siehe TBTB.

TNG: Kürzel für Star Trek: The Next Generation, läuft in Deutschland als „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“.

TOS: Kürzel für The Original Series, also Kirks Star Trek, auch bekannt als „Raumschiff Enterprise“.

Troll: 1) Person, die in Chatrooms, auf Mailinglisten etc. rumpöbelt, unqualifizierte Beleidigungen und Obszönitäten abläßt, das Fandom runtermacht und so weiter, weil’s so witzig ist. 2) Extraschlechte, geschmacklose und/oder von Fehlern wimmelnde Story, die jemand zu dem einzigen Zweck hochlädt, andere Leute zu ärgern.

Twincest: Inzest unter Zwillingen. Jawohl, das ist ein eigenes Genre, dessen Beliebtheit in keinem Verhältnis zur Häufigkeit von Zwillingspaaren steht.

U: Abkürzung für universal. Entspricht in der Bedeutung dem G wie general: für jedes Alter geeignet.

uc, auch u/c: Kürzel für unconventional relationship; wobei „unkonventionell“ alle Zweierbeziehungen sind, die in der Serie selbst nicht vorkommen. Beispiel: R/C (Riker/Crusher) wäre unconventional, R/T (Riker/Troi) nicht.

UST: Kürzel für unresolved sexual tension, also etwa: uneingestandene sexuelle Spannung. Im Klartext, zwei Figuren fühlen sich zueinander hingezogen, wagen aber nicht (oder haben keine Gelegenheit), die Situation zu klären.

Vignette: Kurze, nicht sehr handlungsreiche Geschichte, bei der der Schwerpunkt eher auf Atmosphäre oder Charakter liegt.

VOY: Kürzel für Star Trek: Voyager, läuft in Deutschland als „Star Trek: Raumschiff Voyager“.

Warning: Genrebeschreibungen und ratings, die einer Geschichte vorangestellt werden, damit der potentielle Leser weiß, worauf er sich einläßt.

WIP: Kürzel für work in progress, eine Geschichte, die unabgeschlossen hochgeladen und nach und nach kapitelweise ergänzt wird.

X-over: Siehe Crossover.

Zine: Siehe Fanzine.

Fragen? Anregungen? Kommentare? eMail an: leonhardt@renegadewatchers.de

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